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Werte ohne Zeigefinger

Foto: Constanze Haubrich
Lara Kasel und Patrick Baum sind schon in der richtigen Stimmung für den Nikolausabend.

Werte ohne Zeigefinger

Von: Constanze Haubrich | 26. November 2023
Bald heißt es wieder: Stellt die Stiefel bereit, der Nikolaus kommt! Eine besondere Tradition feiert in Trier ihr 50-jähriges Bestehen. 

Ein roter, flauschiger Mantel, ein weißer Rauschebart und ein großer Sack voller Geschenke: So zieht bald eine bekannte Person wieder durch die Orte. Aber Achtung, Verwechslungsgefahr! Hier ist nicht vom Weihnachtsmann die Rede, sondern von einem Mann, der genauso bekannt für seine Gaben ist wie für den oft falschverstanden Zeigefinger.

„Beim Nikolausfest haben wir noch das große Glück, dass es nicht Weihnachten ist“, stellt Patrick Baum sichtlich erleichtert fest. Der 25-Jährige studiert im Vollstudium katholische Theologie in Trier und nimmt an der von Studierenden organisierten Nikolausaktion teil, die in diesem Jahr bereits zum 50. Mal stattfindet. „Bei diesem Fest geht es noch nicht so sehr um Geschenke.“

Das versuchen Baum und seine zwölf Nikolauskollegen durch die Nikolausaktion auch diesmal zu bewahren. Den Auftritt als heiliger Nikolaus in Familien und sozialen Einrichtungen nutzen sie dazu, die Werte des Bischofs von Myra an die Beteiligten zu vermitteln, allerdings nicht mit erhobenem Zeigefinger: „Wir wollen an dem Abend Hoffnung und Nächstenliebe weitergeben. Ob wir erfolgreich waren, erkennen wir an strahlenden Kindergesichtern.“

Eine Schulung für den Nikolaus

Die Freude der Kinder steht für die Nikoläuse im Zentrum. Das wird auch bei der Abendschulung für Nikolausneulinge erkennbar: Hier werden sie auf ihren Einsatz vorbereitet. Als Einstimmung in den Abend singen die sieben Teilnehmenden das Lied „Lieber Nikolaus“. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird viel gelacht. Das Ende des Lieds kommentiert der Leiter der Schulung, Jannik Giesgen (25), mit: „Man hört, wer von euch im Gottesdienst mitsingt.“ Dann wird es ernst.

Zu zwei Nikoläusen in spe hat sich eine Schar Engel gesellt. Jeder der vorübergehenden Mitraträger wird am Nikolausabend durch eine Studierende im Engelsgewand unterstützt. „Unsere Engel sind Allround-Talente“, berichtet Lara Kasel grinsend. Die 22-Jährige übernimmt in diesem Jahr stellvertretend die Leitung der Nikolausaktion. Neben organisatorischen Aufgaben kommt den Engeln aber noch ein weiterer wichtiger Auftrag zu. „Wir sind die Brückenbauer zwischen Nikolaus und den Kindern. Manche Kinder entdecken an dem Abend nämlich Papis Bein als ihr sicheres Versteck.“

Die Nikoläuse dürfen den Kindern Geschichten erzählen, mit ihnen über ihre Schwächen und Stärken sprechen und kleine Geschenke verteilen. Aufgaben, die in der Theorie erstmal überfordernd klingen.

„So, wir bilden jetzt zwei Gruppen, in denen Nikolaus und Engel üben“, unterbricht Jannik Giesgen ein Gespräch über mögliche Komplikationen am Nikolausabend. Für das Feeling wird noch der Hirtenstab geholt. Dann halten die Nikoläuse ihren Engeln den Vortrag, Feedback gibt es im Anschluss.

Flügel- und Mitraträgern ist bewusst, welche Verantwortung sie bei ihren Besuchen haben. Neben Spendensammeln für den guten Zweck wolle man auch die Missinterpretation eines schimpfenden Nikolaus mit erhobenem Zeigefinder revidieren. Da gerate man allerdings mit so manchem Elternteil in Diskussionen: „Einige Eltern nennen uns für unsere Ansprache an die Kinder mehr negative Aspekte,“ berichtet Kasel. Durch etwas Kreativität im Vortrag schaffe man es aber, die Balance zu halten. „Die Kinder hören im Alltag oft genug, was sie falsch machen.“
Am 5. und 6. Dezember ziehen die Paare wieder durch viele Wohnungen Triers. Anlässlich des Jubiläums suche man Ehemalige: „Wir wollen am Nikolausabend gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.“ Weitere Informationen zu der Aktion gibt es unter www.t1p.de/nikolaustrier.



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