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Auftakt zu den Präventionsschulungen

Foto: Martin Recktenwald
Elisabeth Feils-Endress (links) und Birgit Wald (rechts) moderierten das Podium mit Prof. Fegert (2. von rechts), Generalvikar Holkenbrink (Mitte) und Dr. Zimmer.

Auftakt zu den Präventionsschulungen

Von: Martin Recktenwald | 5. September 2012
„Die praktische Umsetzung von Leitlinien auf den einzelnen Ebenen ist wichtiger als noch ein Positionspapier“, riet Prof. Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ulm, bei seinem Vortrag zur Prävention sexuellen Missbrauchs. Der alljährliche Beratertag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensberatungsstellen im Bistum Trier fand im  Robert-Schumann-Haus in Trier statt und widmete sich intensiv diesem Thema.

Die Veranstaltung mit Diskussionen und Workshops war gleichzeitig Auftakt zu den vertiefenden Schulungen in den Lebensberatungsstellen, die noch in diesem Herbst stattfinden sollen. In Zehn-Tagesschulungen werden die 124 Angestellten weitergebildet. Anschließend soll es dann um die praktische Umsetzung der Konzepte gehen: Beschwerdesysteme vor Ort sollen organisiert, ein Verhaltenscodex erstellt und eine Kultur der Achtsamkeit gepflegt werden. Damit gehören die Lebensberatungsstellen gemeinsam mit dem Bereich Jugendpastoral zu den ersten, die im Bistum Trier das neue Präventionskonzept gegen sexuellen Missbrauch umsetzen. Da hier im Zuge der Beratungsarbeit solche Themen schon immer präsent waren, kann auf Vorwissen aufgebaut werden. In den kommenden Jahren sollen die Schulungen im Bistum flächendeckend ausgebreitet werden, bis in die einzelnen Dekanate hinein.

Auf Kompetenz des Hilfetelefons aufbauen

Mit Prof. Fegert konnte für den Beratertag ein Experte gewonnen werden, der seit vielen Jahren zum Thema sexuelle Gewalt forscht. Er war als wissenschaftlicher Begleiter an der telefonischen Anlaufstelle der unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung in den Jahren 2010 und 2011 beteiligt. Fegert rief zu Transparenz bei der Präventionsarbeit auf. Es sei wichtig, dass Betroffene sehen, das Thema ist präsent. Das erleichtere es ihnen, sich jemandem anzuvertrauen. Bei einem Beschwerdesystem brauche es dann auch klare Rückmeldungen an die Betroffenen. „Das Bistum Trier war hier mit dem Hilfstelefon sehr früh, sehr weit. Auf dieser Kompetenz sollte aufgebaut werden“, spielte Fegert auf die Rolle von Dr. Andreas Zimmer an.


Zimmer hatte im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz das Konzept für das deutschlandweite Kirchen-Hilfstelefon entwickelt. Als Leiter der neu geschaffenen Präventionsstelle gegen sexuellen Missbrauch im Bistum, setzt er diese Arbeit fort. „Aufgrund unserer katholischen Kultur und unseres auf Vertrauen basierenden Beratungsverhaltens tun wir schon jetzt vieles, ohne jedoch die Wirkung nach Außen zu kommunizieren. Hier werden wir umdenken müssen“, setzte sich auch Zimmer für mehr Transparenz ein. Er betonte aber gleichzeitig, dass dies nicht zu Lasten der Vertrauensatmosphäre in den Beratungen gehen dürfe.


Damit Fehler nicht wiederholt werden

Aufbau neuer Strukturen zur Prävention noch eine weitere wesentliche Aufgabe – die Aufklärung. Bei Fällen, die nach Zivilrecht schon verjährt sind, sei dies eine sehr komplexe aber dennoch notwendige Arbeit. „Wir müssen auch erkennen, wie hat die Kirche in bestimmten Fällen reagiert? Damit Fehler nicht wiederholt werden“, ergänzte der Generalvikar.


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