Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Paulinus - Kopfbereich:

Paulinus - Inhalt:
Paulinus - Hauptinhalt:
Noch immer ein Provisorium

Foto: Kirche in Not
Junge Katholiken vor der Baustelle eines neuen Pfarrzentrums in Drvar im Bistum Banja Luka.

Noch immer ein Provisorium

Von: KNA/red | 23. Januar 2022
Auf die schwierige Lage in Bosnien-Herzegowina hat der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, hingewiesen. Katholiken würden benachteiligt.

Der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, hat die Situation der Katholiken in Bosnien-Herzegowina beklagt. Diese würden in dem Land politisch, gesellschaftlich und auch wirtschaftlich benachteiligt, sagte Komarica im Gespräch mit dem Hilfswerk „Kirche in Not“. Oft hätten Katholiken Probleme, wenn sie einen kroatischen Namen trügen. Auch sei es schwierig für sie, Arbeit zu finden. Im Landesteil West-Herzegowina könnten sie zwar mehr oder weniger leben. Doch auch von dort wanderten Katholiken aus.

Gleichzeitig warnte der Bischof vor einem weiteren Auszug der Katholiken. Denn die katholischen Kroaten wirkten wie „Klebstoff“ zwischen Serben und Bosniaken. „Wenn dieser Klebstoff wegfällt, dann werden diese beiden Welten – die islamische und die orthodoxe – noch weiter auseinanderklaffen. Dann würde es noch mehr Unruhe geben.“ Bosnien-Herzegowina sei seit dem Ende des Kriegs noch immer ein Provisorium, es herrsche Stillstand, so Komarica. Es werde de facto von einem internationalen Vertreter, dem Hohen Repräsentanten, geführt. Obwohl nach dem Friedensschluss von Dayton seit 1995 schon der achte Amtsinhaber am Werk sei, habe diese Präsenz das Land nicht zu einem Rechtsstaat gemacht. Den Worten von Komarica zufolge wurde der Annex 7 des Abkommens von Dayton, der die Rückkehr aller Flüchtlinge und Vertriebenen regeln sollte, nicht umgesetzt. Der Vertrag habe auch festgelegt, dass Bosnien-Herzegowina und die internationale Staatengemeinschaft den Rückkehrern politisch, rechtlich und materiell helfen müssten. Das sei im Falle der Kroaten aber nicht passiert.

Der Bischof hat derweil im ehemaligen Trappistenkloster „Maria Stern“ (Marija Zvijezda) ein Europa-Zentrum für Frieden und Versöhnung gegründet (vgl. „Paulinus“ vom 4. Mai 2021, Seite 3). Der Grundstein für das Kloster sei 1869 noch in osmanischer Zeit von Pater Franz Pfranner aus dem österreichischen Vorarlberg gelegt worden. „Als es Probleme mit Baugenehmigungen gab, reiste Pfranner persönlich nach Konstantinopel, um mit dem Großwesir des Sultans zu verhandeln – mit Erfolg“, erzählte Komarica. Dialog sei also möglich. In diesem Geist solle das Zentrum ein Ort der Begegnung, Bildung, Versöhnung und der internationalen wie interreligiösen Zusammenarbeit sein.

Für die Projekte habe er schon wertvolle Mitstreiter gewinnen können, führte der Bischof weiter aus. So stehe etwa der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff an der Spitze des Gründungskuratoriums. „Wir wollen die Europäisierung Bosniens. Das ist eine großartige Chance“, sagte Komarica.

Dem Hilfwerk „Kirche in Not“ dankte der Bischof nicht nur für die vielfältige Hilfe beim Wiederaufbau der im Krieg zerstörten kirchlichen Gebäude, sondern betonte, wichtig sei auch, dass das Hilfswerk „unsere Probleme versteht, uns zuhört und wir auch in Zukunft mit Verständnis rechnen  dürfen“.

  • Spendenkonto
    Kirche in Not,
    LIGA Bank München,
    IBAN DE63 7509 0300 0002 1520 02, BIC: GENODEF1M05,
    Verwendungszweck bei den Projekten auf der kompletten Seite in der Printausgabe:
    Bosnien und Herzegowina,
    Syrien oder Libanon,
    Brasilien,
    Mosambik.



Paulinus - Marginalinhalt:

Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreise 2021

Auf den Spuren der heiligen Katharina und der heiligen Klara war das Thema der „Paulinus“-Leserreise vom 23. bis 29. September 2021.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

Die Synode wurde am 29. Juni 2012 von Bischof Ackermann ausgerufen. Die Trierer Bistumssynode hat ihr Abschlussdokument „heraus gerufen – Schritte in die Zukunft wagen“ am 30. April 2016 verabschiedet.



Video

  • Musik für mobiles Turmglockenspiel
    Das Abendlob "Musik für mobiles Carillon" (Musik für ein mobiles Turmglockenspiel) im Trierer Dom gestalteten am 4. Mai 2022 bei den Heilig-Rock-Tagen der Niederländer Boudewijn Zwart, der Trierer Domorganist Josef Still (Orgel), Stefan Mörsdorf, saarländischer Umweltminister a.D. (Wort) sowie Bischof Dr. Stephan Ackermann (Video: Zeljko Jakobovac).
  • Buch über Diakone im Bistum Trier
    Ein Jubiläumsband bietet Einblicke in die Berufsgruppe der Diakone im Bistum Trier. Bericht folgt im "Paulinus". Stefan Stürmer (rechts) und Axel Berger berichten davon (Video: Zeljko Jakobovac). Bericht im "Paulinus".
  • Peters als deutscher Sportbischof verabschiedet
    Der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters ist als Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin für sein langjähriges Engagement geehrt und gleichzeitig verabschiedet worden (Video: Isabel Athmer). Ausführlicher Artikel im "Paulinus".
  • kfd stellt sich mit Imagefilm Frauen vor
    Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Bistum hat ihren ersten Imagefilm veröffentlicht.
  • Erste Regionalkantorin im Bistum
    Juliane Kathary (28) ist die erste Regionalkantorin in der Diözese Trier. Die junge Frau aus Birkenfeld kehrt nach Studien in Dresden und Wien bewusst ins Heimatbistum zurück. In Koblenz findet sie ein gut bestelltes Feld vor und setzt eigene Akzente – vgl. den Bericht im "Paulinus" (Video: Zeljko Jakobovac).
  • Weitere Videos
    Weitere Videos des Paulinus finden sich auf www.youtube.com/PaulinusTrier




Paulinus - Fuss: