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Flut: Gedenken in Aachen

Foto: KNA
Staatliche und kirchliche Spitzen sowie Menschen aus den Flutgebieten kamen im Aachener Dom zusammen.

Flut: Gedenken in Aachen

Von: KNA | 5. September 2021
Staat und Kirchen haben am 28. August der Opfer der verheerenden Flutkatastrophe an der Ahr und in der Großregion gedacht.

Im Aachener Dom nahmen die gesamte Staatsspitze und die Regierungschefs der beiden besonders betroffenen Bundesländer, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Armin Laschet (CDU), an einem zentralen ökumenischen Gottesdienst teil. Dazu waren rund 180 geladene Gästen gekommen – die meisten davon Betroffene und Helfende. Hinzu kamen Repräsentanten aus Politik, Gesellschaft und Kirche. Im Anschluss hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Rede.

Das Staatsoberhaupt bekundete den Menschen, die Angehörige verloren haben, sein tiefes Beileid. Er gedachte auch der Flutopfer in den Nachbarländern. „Die Katastrophe hat uns alle erschüttert.“ Die Fluten hätten alles mitgerissen: Menschen, Häuser, Brücken, Straßen, Schulen, Rathäuser, Kirchen, Friedhöfe. Das Unglück habe in einem Moment zugeschlagen, „als wir hofften, dass wir die Pandemie endlich unter Kontrolle bekommen würden. Aber dann kam eine neue Katastrophe hinzu.“ Wie groß die Verzweiflung der Betroffenen sei, „können wir nur ahnen“.

Der Bundespräsident dankte für die „überwältigende Hilfsbereitschaft“. Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, Polizei, Rotem Kreuz, Bundeswehr und Technischem Hilfswerk hätten bis zur vollkommenen Erschöpfung geholfen. Sein Dank gelte auch Bürgermeistern, Verwaltungsmitarbeitern und den vielen freiwilligen Helfern und Spendern.

Steinmeier würdigte, dass die Bundesregierung schnell „einen Hilfsfonds in nie dagewesener Höhe“ beschlossen habe. Die Gelder müssten jetzt schnell fließen. Die Hoffnung der Betroffenen auf Unterstützung dürfe nicht enttäuscht werden, sie brauchten auch dann Hilfe, wenn die Fernsehkameras abgebaut seien und andere Nachrichten die Schlagzeilen beherrschten.

Mit aller Entschlossenheit müsse der Klimawandel bekämpft werden, forderte das Staatsoberhaupt. Die Folgen hätten ohne Zweifel Europa erreicht, sagte er mit Verweis auch auf die Feuer im Mittelmeerraum. Zudem gelte es, sich besser auf künftige Krisen vorzubereiten.

Mehr als 180 Menschen hatten durch Hochwasser infolge von Starkregen am 14. und 15. Juli in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ihr Leben verloren. Für den Wiederaufbau von Häusern und Infrastruktur haben Bund und Länder einen Fonds von 30 Milliarden Euro beschlossen.

„Welch eine Zerstörung in so kurzer Zeit! Was für eine Not“, klagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, in seiner Predigt. „Trauer um die verlorenen Menschen braucht Zeit, und es braucht unfassbar viel Kraft für Wiederaufbau und Neubeginn.“ Tröstlich seien „Hände, die Menschen aus ihren Häusern gerettet haben; Hände, die festhalten und umarmen, wenn Tränen fließen; Hände, die zupacken, Schutt und Dreck wegräumen“.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sagte in seiner Predigt: „Gott war da, mitten in den Fluten. Aber nicht als der, der auf den Flutknopf gedrückt hat, sondern als der, der mit den Opfern geschrien hat, der mit ihnen gelitten hat.“

Der Gottesdienst in Aachen fand auf Einladung von Bätzing, Bedford-Strohm und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, statt.

An den bewusst in der Grenzstadt Aachen ausgewählten Gottesdienstort waren auch Vertreter der christlichen Kirchen aus den ebenfalls von der Flutkatastrophe betroffenen europäischen Nachbarländern gekommen, unter anderem Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg.



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