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Geistliche Unterscheidung

Foto: Bistum
Nicht nur intensive Gespräche, sondern auch gemeinsames Beten und Singen sind für die Synode wichtig.

Geistliche Unterscheidung

Von: Judith Rupp | 16. März 2014
Über 200 Synodale aus dem Bistum Trier sind am 8. März zu einem Arbeitsgruppentag zusammen gekommen.

"Mit Jesus auf dem Weg": Dieses Lied singen die über 200 Frauen und Männer zu Beginn ihres gemeinsamen Tages. Es sind die Synodalen des Bistums Trier, die sich an diesem 8. März aufmachen, "die Zeichen der Zeit zu erkennen" – so ist der zweite Arbeitsgruppentag der Synode überschrieben.

Es ist eine große Gruppe, die da im Robert-Schuman-Haus in Trier zusammenkommt, und doch merkt man schnell, dass sich nach der ersten Vollversammlung im Dezember und dem ersten Arbeitsgruppentag im Februar vieles miteinander entwickelt hat. Schon im Foyer sieht man zahlreiche kleine Gruppen, die angeregt miteinander diskutieren. Die Stimmung ist gelöst und doch auch irgendwie gespannt. Denn der Geschäftsführende Ausschuss und das Synodensekretariat haben sich viel vorgenommen für den Tag.

"Ich spüre eine gewisse Ungeduld", stellt dann auch Bischof Dr. Stephan Ackermann fest. "Wir leben in einer Kultur, die schnell greifbare Ergebnisse fordert." Der Weg, den sich die Synodalen verordnet haben – nämlich erst einmal gemeinsam in eine "Seh-Schule" zu gehen und die prägenden Entwicklungen unserer Zeit gemeinsam zu entdecken und zu deuten – sei "etwas sperrig, braucht Zeit und Geduld". Einen "Weg der geistlichen Unterscheidung" nennt der Bischof das Vorgehen.

Ergebnisse dienen als Brille für Kommissionsarbeit

Die Ergebnisse aus dem ersten Arbeitsgruppentag im Februar werden den Synodalen in verdichteter Form zur Weiterarbeit vorgelegt. Mit neun prägenden Entwicklungen wollen sich die Frauen und Männer vertieft befassen: Individualisierung, Pluralisierung, Wandel der Geschlechterrollen, Religiosität, Demografischer Wandel, Flexibilisierung, Medien- und Kommunikationsgesellschaft, Ökonomisierung und Bedrohtes Leben. "Was wir heute erarbeiten, wird der zweiten Vollversammlung im Mai vorgelegt", erklärt Bischof Ackermann. Die Ergebnisse des Tages sollen dann als "Grundperspektive und Brille" für die Arbeit der Sachkommissionen dienen, die sich im Mai bilden werden.

Jetzt sind die Synodalen gefragt: Zunächst in Einzelarbeit oder im Austausch können sie die Deutungsvorschläge des Geschäftsführenden Ausschusses bedenken; dann geht es darum, sich zu positionieren: Bei welchen Punkten kann ich zustimmen, wo möchte ich ein "Ja, aber …" sagen, was ist für mich kein Zeitzeichen? Neun Räume werden geöffnet, in denen die Synodalen mit farbigen Punkten ihre Meinung kundtun, Ergänzungen und Anregungen notieren, miteinander ins Gespräch kommen. Anhand dieser Positionierungen wird dann am Nachmittag in Kleingruppen weitergearbeitet.

Pfarrer Ludwig Krag aus Kirchberg lobt die gute Arbeitsatmosphäre: "Ich spüre eine Dynamik, eine Lebendigkeit. Man sieht, dass eine starke Motivation da ist. Wir sind dabei, gut hinzuschauen." Pia Khoilar (Trier) spricht von einer "intensiven Arbeit". Sie fand die Zusammenfassung der Ergebnisse des ersten Arbeitsgruppentags sehr gut, "teilweise provokativ". "Da regt sich dann Widerstand in mir – damit kann ich arbeiten."

"Da ist viel auf einen eingestürzt", findet Philipp Herrlinger aus Saarbrücken, "das ist schon anstrengend."

Synodensekretär Christian Heckmann ist am Ende zufrieden: "Wir wollten heute eine gruppendynamische Methode anbieten, und das hat funktioniert. Bereits jetzt sei abzusehen, dass die Rückmeldungen sehr hilfreich für die Vorbereitung der zweiten Vollversammlung seien.




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