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Besinnung auf einen besonderen Sinn

Foto: Harald Oppitz/KNA
Es gibt zahlreiche Formen des Fastens – eine davon ist es, der Stille wieder mehr Platz zu geben. Hilfreich zu Beginn ist es, Räume zu haben, die dem Ohr äußerliche Stille bieten.

Besinnung auf einen besonderen Sinn

Von: Angelika Prauß | 18. Februar 2024
Menschen sind von vielen Lärmquellen umgeben. Vieles ist unvermeidbar, auf anderes haben wir durchaus Einfluss. Warum in der Fastenzeit nicht einmal bewusst auf Nebenbei-Berieselung verzichten?

Die Nachrichtensendung morgens beim Zähneputzen, das Gedudel im Autoradio, die nebenbei laufende Daily-Soap beim Bügeln oder die Lieblingsmusik auf der abendlichen Laufstrecke – viele Menschen bekommen fast den ganzen Tag nebenbei etwas auf die Ohren. Zugleich sehnen sich viele nach Ruhe und Entspannung. Sich bewusst der Stille auszusetzen, fällt dennoch offenbar schwer. Eine Spurensuche, nicht nur zur Fastenzeit.

Das größte Problem beim Wunsch nach Stille: Anders als ein Radio kann man den Hörsinn nicht einfach abschalten; das Ohr ist immer auf Empfang. Verkehrslärm, Stimmengewirr, Gespräche am Nachbartisch oder der tropfende Wasserhahn lassen sich nur schwer ausblenden. Kein Wunder, schließlich ist das menschliche Gehör in der Lage, rund 400 000 verschiedene Töne zu erkennen.

„Anders als die Augen sind unsere Ohren immer empfangsbereit. Unerwünschte Geräusche sind deshalb störend, wir können die Ohren nicht einfach willentlich schließen“, erklärt Akustikforscher Andre Fiebig der KNA: „Wenn wir Geräusche permanent verarbeiten müssen, führt das zur Ausschüttung von Stresshormonen.“

Deshalb kann es hilfreich sein, diesen besonderen Sinn wieder mehr wertzuschätzen – durch bewussten Verzicht auf überflüssige Geräuschquellen. „Wir sind es gewohnt, dass wir, wo wir auch hingehen, Zivilisationsgeräuschen, einer musikalischen Dauerbeschallung und einer optisch nicht weniger ,lauten‘ Bilderflut ausgesetzt sind“, bricht der Trierer Kirchenmusiker Axel Simon eine Lanze für das sogenannte Ohrenfasten.

„Häufig nehmen wir das gar nicht mehr wahr, wundern uns aber darüber, dass uns Konzentration schwerfällt und wir schnell erschöpft sind“, schreibt der Referent für Kirchenmusik am Deutschen Liturgischen Institut mit Sitz in Trier in der Zeitschrift „Gottesdienst“. Die Fastenzeit biete einen Raum, „dieser akustischen Umweltverschmutzung“ zu entgehen.

Die Kirche kennt am Ende der Fastenzeit das Ohrenfasten: den Verzicht auf die Kirchenmusik nach dem Gloria bei der Gründonnerstagsliturgie und der Osternachtsfeier. Umso berauschender werde dann der Festjubel an Ostern, betont Simon. Schon vorher, in der vorösterlichen Fastenzeit, wird in der Messe die Orgel meist zurückgenommener und nur zur Begleitung des Gemeindegesangs gespielt.

Von Anforderungen und Tempo Abstand nehmen

Einer Stille-Challenge stellen sich auch Menschen, die sich etwa im „Haus der Stille“ im mittelhessischen Kloster Gnadenthal auf ein „Stille-Wochenende“ einlassen. Menschen aller Herkunft und Altersgruppen nutzten dieses Angebot, erklärt Birgit-Salome Wiedenmann, Schwester der veranstaltenden, konfessionsverbindenden Jesus-Bruderschaft. Der Alltag und das stressige Berufsleben förderten das Gefühl, funktionieren zu müssen und nur noch „irgendwie über die Runden zu kommen“. Da könne es hilfreich sein, „von den Anforderungen und dem hohen Tempo innerlich Abstand zu nehmen“. In der Stille erlebe man eine „innere Freiheit – ich muss nichts leisten und keine Ergebnisse erzielen“.

Wer sich darauf einlasse, setze sich einer gewissen Leere aus und müsse es auch aushalten, „wenn Unangenehmes hochkommt – Themen, die man sonst wegdrückt und zum Beispiel mit Aktivität von sich fern hält“. Damit die aufsteigenden Themen sich im Kopf nicht in einer Endlosschleife festsetzen, rät Schwester Birgit-Salome dazu, die Gedanken aufzuschreiben.


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