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Tendenz stark rückläufig

Foto: Niklas Hesselmann/KNA
Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche ist weiter auf einem hohem Niveau.

Tendenz stark rückläufig

Von: KNA/JR | 7. Juli 2024
Aus der katholischen Kirche sind im vergangenen Jahr 402 694 Menschen ausgetreten. Im Bistum Trier schwächte sich der Mitgliederschwund ab.

Wie aus der am 27. Juni in Bonn vorgelegten Statistik der Deutschen Bischofskonferenz hervorgeht, handelt es sich damit um den zweithöchsten jemals erfassten Wert. 2022 kehrten mehr als 520 000 Katholikinnen und Katholiken ihrer Kirche den Rücken. Der Limburger Bischof Georg Bätzing sprach von einem alarmierenden Ergebnis. Zugleich warb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz für Reformen. Diese allein würden die Kirchenkrise zwar nicht beheben. „Aber die Krise wird sich ohne Reformen verschärfen.“ Aus Sicht des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist ein Wandel unvermeidlich, sagte die Präsidentin des Dachverbands, Irme Stetter-Karp, der KNA.

Ein Grund für die hohen Austrittszahlen ist eine wachsende Entfremdung zwischen Kirchen und Gesellschaft. „Vielen Menschen in unserer Gesellschaft fehlt nichts: Sie sind zufrieden, ohne Gott, ohne Kirche und ohne irgendeinen religiösen Glauben“, sagte der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf. Hinzu kommen die Fälle von sexuellem Missbrauch und der Umgang damit, die zu einem massiven Ansehensverlust der Kirchen beigetragen haben.

Im Bistum Trier kehrten im Jahr 2023 weniger Gläubige der Kirche den Rücken als im Vorjahr. Die Kirchenstatistik verzeichnet für das Bistum 22 618 Austritte. Das sind 5519 weniger als im Jahr 2022, als noch 28 137 Menschen die Kirche verließen.

Pastorale Arbeit anpassen und neue Wege gehen

„Wir sehen der Realität einer kleiner werdenden Kirche ins Auge und versuchen, unsere pastorale Arbeit anzupassen, aber auch neue Wege zu gehen“, sagte Generalvikar Ulrich von Plettenberg. Angesichts weiterhin hoher Austrittszahlen gelte es umso mehr, dem eigenen Anspruch, eine diakonische und missionarische Kirche sein zu wollen, gerecht zu werden.

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 lebten 1 174 166 Katholiken auf dem Gebiet des Bistums; das sind 47,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit ist die Anzahl der Gläubigen im Vergleich zu 2022 um genau ein Prozent  (37 534 Personen) gesunken – und ging langsamer zurück als in den Vorjahren.

Von Plettenberg zeigte sich trotz des anhaltenden Trends verhalten optimistisch: „Wenn wir Bedürfnisse und Erwartungen ernst nehmen und unsere Arbeit immer wieder selbst reflektieren, hoffen wir, vielen Menschen weiterhin ein spirituelles Zuhause und eine Gemeinschaft sein zu können.“ Es gelte, den Menschen Angebote zu machen, die auf ihre Lebenssituationen zugeschnitten sind und die sie unterstützen. Er nimmt dabei die gesamte Gesellschaft in den Blick, spricht von Familien, Senioren, Menschen mit Beeinträchtigungen und geflüchteten Personen ebenso wie von kirchenfernen und kirchennahen Menschen.

Im Bistum 47 Eintritte und 210 Wiederaufnahmen

Den Austrittszahlen gegenüber stehen 47 Eintritte von Menschen anderer Konfessionen und 210 Wiederaufnahmen. Die Teilnahmezahl an Gottesdiensten hat leicht zugenommen – von 3,8 auf 4,2 Prozent. 2023 lag die Zahl der Taufen bei 7030. Zur Erstkommunion kamen 8531 Kinder und zur Firmung 5124 Jugendliche. Die Zahl der kirchlichen Trauungen lag bei 1338. Katholisch bestattet wurden 15 651 Menschen.

Laut Statistik gehörten zum Jahresende 20,3 Millionen Menschen der katholischen Kirche an. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte im Mai die Zahl ihrer Mitglieder auf 18,56 Millionen beziffert, bei rund 380 000 Austritten 2023. Die jeweilige Mitgliederzahl entspricht einem gerundeten Anteil an der Gesamtbevölkerung von 24 beziehungsweise 22 Prozent, zusammengenommen also ungefähr 46 Prozent. 2021 war der Gesamtanteil erstmals unter die 50-Prozent-Marke gefallen.



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