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Foto: KNA
Dr. Thomas Sternberg (links) und Bischof Georg Bätzing während der Beratungen in Frankfurt am Main.

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Von: KNA | 10. Oktober 2021
Mit dem Ruf nach Reformen in der katholischen Kirche ist am 2. Oktober die zweite Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt am Main zu Ende gegangen.

Das Präsidium zog eine positive Bilanz. Man habe sehr diszipliniert gearbeitet und viel erreicht, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. Zugleich räumte er ein, dass die Versammlung nicht das komplette, ursprünglich vorgesehene Pensum geschafft habe. Nach der frühzeitigen Abreise vieler Teilnehmer war die Versammlung am Ende nicht mehr beschlussfähig.

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. 13 von 16 Texten seien bearbeitet worden, mit Zustimmungsraten zwischen 76 und 92 Prozent. Das belege den Wunsch nach Veränderungen in der Kirche.

ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann und der stellvertretende Bischofskonferenz-Vorsitzende, Bischof Franz-Josef Bode, drückten die Hoffnung aus, rund zwei Jahre nach dem Start des Projekts mit dem Vatikan in einen direkten Austausch über den Synodalen Weg zu kommen. Wenige Tage vor dem Beginn des von Papst Franziskus initiierten synodalen Prozesses auf Ebene der Weltkirche fügte Bode hinzu, man habe in Frankfurt Richtungsentscheidungen gefällt, die auch dort einzubringen seien.

Die aktuellen Abstimmungen in Frankfurt gelten als Richtungsanzeige für den weiteren Fortgang des Synodalen Wegs. Konkrete Voten soll es erst bei dem nächsten Treffen im Februar geben. Sollten diese Beschlüsse zentrale Punkte betreffen, müsste darüber hinaus erst noch der Papst oder ein weltweites Konzil zustimmen. Zu den Richtungsentscheidungen gehört der Ruf nach einer neuen Ordnung der Machtstrukturen. Eine Gruppe Konservativer hatte hierzu ein alternatives Papier vorgelegt, das aber nur wenig Unterstützung fand. Eine Mehrheit der Teilnehmenden sprach sich für neue Akzente der Wahrnehmung von Sexualität und Beziehungen aus. So sollen gleichgeschlechtliche Paare und wiederverheiratete Geschiedene gesegnet werden können. Auch in diesem Fall fand ein alternativer Text einer konservativen Gruppe keine Mehrheit.

Ein weiteres, in seiner Tendenz von einer Mehrheit getragenes Papier ruft die Bischöfe auf, in Rom eine Erlaubnis für eine neue Predigtordnung zu erwirken. Dann dürften beauftragte Laien auch in Eucharistiefeiern offiziell predigen. Derzeit ist die Predigt in der Regel Diakonen, Priestern oder Bischöfen vorbehalten. Im Grundsatz sprach sich die Synodalversammlung außerdem für eine Laienmitwirkung bei Bischofswahlen aus. Das kirchliche Recht kennt zwei Möglichkeiten der Bischofsbestellung: Der Papst ernennt die Bischöfe frei oder bestätigt die rechtmäßig Gewählten. Einige Konkordate in Deutschland sehen dabei eine Beteiligung der Domkapitel vor, denen ausschließlich Priester angehören. An dieses Wahlrecht soll die nun vorgeschlagene Laien-Mitwirkung anknüpfen.

Immer wieder ging es bei den Beratungen um den Skandal sexuellen Missbrauchs, der den von der Bischofskonferenz und dem ZdK ins Leben gerufenen Reformprozess ausgelöst hatte. In einer teils emotionalen Debatte sagte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer: „Ich kenne die Tränen der Betroffenen und lasse mir nicht nachsagen, dass ich unsensibel bin. Aber ich lehne eine Emotionalisierung und das unfehlbare Lehramt der Betroffenen ab.“ Dem entgegnete der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck: „Man kann durchaus von einem Lehramt der Betroffenen sprechen und das ist das einzige wirklich unfehlbare.“

Auf Zustimmung bei dem Treffen stieß die Idee, einen dauerhaften „Synodalen Rat“ zu schaffen, der beispielsweise über die Umsetzung von Beschlüssen wachen könnte. Das Präsidium schlug zudem vor, die Zahl der geplanten Vollversammlungen von vier auf fünf zu erhöhen. In diesem Falle würde der Prozess bis mindestens Anfang 2023 dauern.



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