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Künstler, Wissenschaftler, Mittler des Seelenheils

Foto: Harald Oppitz/KNA
Benediktinerinnen und Benediktiner der Cella Sankt Benedikt stehen im Jahr 2020 vor der Kirche Sankt Peter und Paul in Reichenau

Künstler, Wissenschaftler, Mittler des Seelenheils

Von: Volker Hasenauer | 25. Februar 2024
Die Welterbe-Insel Reichenau präsentiert 2024 ihr kulturgeschichtliches und religiöses Erbe. Dabei zeigen sich Linien vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart.

„Öffne mir die Augen, dass ich schaue die Wunder deiner Weisung! Ich bin nur Gast auf Erden. Verbirg mir nicht deine Gebote!“ Mit ruhiger Stimme singen die zwei Ordensfrauen und drei Mönche das traditionelle Psalmengebet zur Mittagszeit. Pater Stephan Vorwerk begleitet mit Zither-Klängen. Eine Ahnung von Weihrauch hängt in der mehr als ein Jahrtausend alten Egino-Kapelle.

„Gott in allem Tun verherrlichen!“, so schreibt es die Regel des heiligen Benedikt vor. Das galt für die Mönche bei der Gründung des Reichenau-Klosters im Jahr 724 –und dies ist bis heute Anspruch der kleinen Gemeinschaft, die 2001 nach 200-jähriger Unterbrechung das benediktinische Leben auf die Insel zurückbrachte. „Anfangs haben wenige daran geglaubt“, sagt der in ein schlichtes, helles Gewand gekleidete Pater Stephan. „Aber wir sind noch da.“

Kulturelles Zentrum Europas im Frühmittelalter

Jetzt gestalten die Benediktiner das Jubiläumsjahr 2024 mit. Denn laut Legende gründete der aus Irland stammende Mönch Pirmin vor 1300 Jahren das erste Reichenau-Kloster. Er blieb nur kurz, doch die Reichenau entwickelte sich zu einem der wichtigsten religiösen, wissenschaftlichen und kulturellen Zentren Europas im Frühmittelalter.

Karl der Große (768–814) verlieh der Reichenau den Rang der Königsabtei, sodass die Mönche ihr eigenes Recht sprechen durften und nur dem König untertan waren. Abt Waldo war Erzieher von Karls Sohn Pippin. Im Jahr 800 zählte der Konvent mehr als 100 Mönche. Die Abtei war aufs engste mit den karolingischen und ottonischen Herrschern des Reichs verbunden. „Die Reichenauer Mönche mischten in der Politik mit, übernahmen diplomatische Verhandlungen und waren gefragte Künstler, die wertvollste und kostbar verzierte Prachthandschriften herstellten“, sagt Eckart Köhne, Direktor des Badischen Landesmuseums. „Zwar waren die Klöster immer zuallererst religiöse, spirituelle Orte. Sie leisteten aber auch Bedeutendes für Bildung und Wissenschaft.“

Walahfrid Strabo verfasste hier das erste Gartenbauhandbuch. Es entstanden frühe Chroniken und Geschichtswerke. Hermann den Lahmen hielt seine schwere körperliche Behinderung nicht auf, zu einem Universalgelehrten in Musik, Naturwissenschaften, Mathematik und Astronomie aufzusteigen. Der Stephen Hawking des Mittelalters.

An diese Bandbreite der kulturellen Leistungen der Reichenau wird die Bodenseeinsel zum 1300-Jahr-Jubliäum in den kommenden Monaten mit einem breiten kulturhistorischen Programm erinnern. Im Mittelpunkt steht die Landesausstellung in Konstanz, die Ende April öffnet (vgl. Artikel unten). Hier kommen weltberühmte mittelalterliche Handschriften, Elfenbeinschnitzereien und Goldschmiedekunst in die Nähe jenes Ortes  zurück, an dem sie entstanden. Die Präsentation direkt auf der Insel scheiterte an den hohen Auflagen für Sicherheit und konservatorischen Schutz der Objekte. Zu sehen sind sie nun im nahe der Insel gelegenen Archäologischen Museum in Konstanz.
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Im Blickpunkt

„Paulinus“-Leserreise 2024

Die nächste „Paulinus“-Leserreise führt vom 28. September bis 5. Oktober nach Kroatien. Die dalmatinische Küste Kroatiens zählt zu einer der malerischsten Europas. Unzählige vorgelagerte Inseln, herrlich verträumte Buchten, ein kristallklares Meer sowie die einzigartigen Städte Dubrovnik, Split und Trogir (deren Altstädte stehen unter dem Schutz der Unesco) werden Sie verzaubern.


Lebensberatung im Paulinus

An dieser Stelle beantworten regelmäßig Lebensberaterinnen und -berater aus den Einrichtungen des Bistums Trier Fragen zu verschiedenen „Problemfeldern“ des Lebens, zum Beispiel aus den Bereichen Erziehung, Ehe oder Familie. Wenn Sie zu einem Problem Beratung oder Antworten suchen, können Sie sich entweder an die „Paulinus“-Redaktion, Postfach 3130, 54221 Trier, oder direkt an die Lebensberatungsstellen im Bistum Trier wenden. Viele Paulinus-Beiträge aus der Praxis der Lebensberater finden Sie im Paulinus-Archiv/Lebensberatung.


Einfach Leben

Ein eigenes Haus, ein Auto, regelmäßiger Urlaub, Fernreisen, ein möglichst gut gefülltes Bankkonto. So sah lange Zeit der Traum vom Wohlstand aus. Doch immer mehr setzt sich heute die Erkenntnis durch: „Viel haben“ heißt noch nicht „gut leben“, und „weniger ist vielleicht mehr“. In Zusammenarbeit mit Barbara Schartz vom Themenschwerpunkt Schöpfung bei der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum beleuchten wir das Thema in einer lockeren Serie und stellen Menschen vor, die für Veränderung eintreten oder anders leben.


Synode im Bistum Trier

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