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Gesundheit und Bildung

Foto: Francis Kokoroko/Kindermissionswerk
Auch die Essensverkäuferinnen in Sirigu werden untersucht und geschult.

Gesundheit und Bildung

Von: Susanne Dietmann | 16. Januar 2022
Gesund werden – gesund bleiben im Schulgesundheitsprogramm: Die Sternsinger unterstützen ein Projekt in Nordghana.

„Heute habe ich gelernt, wie ich mich vor dem Coronavirus schützen kann“, sagt Iven. „Es ist wichtig, eine Maske zu tragen. Und wenn man keine Seife zum Händewaschen hat, kann man auch Asche benutzen.“ Begeistert erzählt der 15-Jährige vom Gesundheitsclub seiner Schule, an dem er jede Woche teilnimmt. Ivens Schule in Sirigu, einem Dorf im Norden Ghanas, macht seit 2016 bei einem diözesanweiten Gesundheitsprogramm mit. Die Clubs spielen dabei eine wichtige Rolle: Jede Woche lernen die Schüler etwas Neues – von der persönlichen Hygiene bis hin zur Corona-Prävention. „Mit dem Club haben wir sofort das Interesse der Schüler geweckt“, sagt Lehrer Justice Sakyi. „Für sie ist er eine willkommene Abwechslung zum theoretischen Unterricht.“

Im Klassenzimmer führen die Kinder Theaterstücke auf, beim Ratespiel auf dem Schulhof können sie ihr Gesundheitswissen testen. Außerdem lernen sie, wie man aus einem Kanister, Stöcken und einem Seil einfache Waschmöglichkeiten baut, sogenannte Tippy Taps. Vor allem in ländlichen Gegenden mit schlechter Wasserversorgung gibt es kaum Möglichkeiten zum Händewaschen. Wegen der Corona-Pandemie hat sich das Bewusstsein dafür verstärkt, wie wichtig Handhygiene ist. Einige Schüler konnten inzwischen sogar zu Hause Tippy Taps bauen. So profitiert die ganze Familie vom Schulgesundheitsprogramm, und die Kinder werden zu Multiplikatoren. Neben Handwaschgelegenheiten sollen auch neue Sanitäranlagen an Schulen die Hygienesituation verbessern und Krankheiten vorbeugen.

Ivens Mitschüler Jacob hilft bei der Organisation des Gesundheits-clubs. „Wir haben heute ein Theaterstück aufgeführt: ,Der Mythos hinter COVID-19‘“, erzählt er. In der Geschichte, die Jacob selbst mitentwickelt hat, ging es um zwei Dörfer – eines, das sich an die Corona-Regeln hält, das andere nicht. Am Ende infizieren sich die Bewohner im zweiten Dorf, während die anderen gesund bleiben. „Ich habe einen Journalisten gespielt, der beobachtete, ob alle die Corona-Regeln einhalten“, erzählt der 17-Jährige. Warum er sich im Gesundheitsclub engagiert? „Weil es Spaß macht und weil wir viel darüber lernen, wie wir uns vor Krankheiten schützen können. Das Wissen können wir auch an unsere Eltern weitergeben.“ So profitieren nicht nur die Schüler von dem Programm, sondern auch ihre Familien und die ganze Gemeinschaft.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gesundheitsarbeit an Schulen sind die vierteljährlich stattfindenden Untersuchungen aller Mädchen und Jungen. „Infektion in beiden Ohren“ steht auf dem Zettel, den Krankenschwester Cynthia Schüler Ishmael gibt. Seine Mitschüler warten währenddessen geduldig in den Bänken, bis sie an der Reihe sind. Ein medizinisches Team untersucht jedes Kind von Kopf bis Fuß: Haare, Augen, Ohren, Rachen ... „Außerdem stellen wir Fragen“, erklärt Krankenschwester Cynthia, „denn manche Erkrankungen können wir von außen nicht erkennen.“ Mit ihrer Diagnose gehen erkrankte Kinder dann zur Behandlung in eine Gesundheitsstation. Viele leiden unter Wurmerkrankungen, Augen- oder Ohrinfektionen, aber auch Hautkrankheiten, Wunden oder Zahnschmerzen müssen oft behandelt werden. „Die Untersuchungen heute waren sehr erfolgreich“, zieht Cynthia am Ende des Tages Bilanz. „Der Großteil der Schüler ist gesund.“

Das umfassende Gesundheitsprogramm findet mittlerweile an 118 Schulen der Diözese Navrongo-Bolgatanga statt, 27 500 Mädchen und Jungen nehmen teil. In den Nachbardiözesen Tamale und Yendi läuft das Programm an 123 Schulen. Hauptziel ist es, Krankheiten früh zu entdecken und zu behandeln, bevor es zu Komplikationen kommt. Zudem werden Kinder im staatlichen Gesundheitssystem registriert, die bislang noch keinen Zugang dazu hatten. Wichtiger Grundsatz: Ein gesundes Kind kommt regelmäßig in den Unterricht und lernt besser. So profitiert nicht nur die Gesundheit der Kinder von dem Programm, sondern auch ihre Bildung.

Auch die Essensverkäuferinnen an den Schulen werden regelmäßig untersucht. Zusätzlich lernen sie in eigenen Trainings, Pausensnacks hygienisch zuzubereiten und zu verkaufen. 834 Frauen in der Diözese Navrongo-Bolgatanga haben bereits daran teilgenommen. Wer besteht, bekommt ein Zertifikat und darf weiterarbeiten. So wird sichergestellt, dass die Verkäuferinnen keine Krankheiten an die Schüler übertragen.

Die Sternsinger unterstützen das Schulgesundheitsprogramm in Nordghana seit 2015. So konnten einfache Handwaschgelegenheiten sowie Toiletten an Schulen gebaut werden. Zudem fanden regelmäßige Gesundheitschecks für Schüler statt, und neue Schulgesundheitsclubs wurden gegründet. Zusätzlich zu Gesundheits- und Erste-Hilfe-Kursen für Lehrer wurden Erste-Hilfe-Kästen für die Schulen angeschafft.

  • Dreikönigssingen
    „Gesund werden – gesund bleiben. Ein Kinderrecht weltweit“: so lautet das Motto der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen (siehe Logo rechts). Die Sternsinger wollen dabei auf die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika aufmerksam machen. In vielen Ländern des Globalen Südens ist die Kindergesundheit aufgrund schwacher Gesundheitssysteme und fehlender sozialer Sicherung stark gefährdet. Bei der Aktion Dreikönigssingen 2022 wird das Engagement der Sternsinger beispielhaft an Projekten in den Ländern Ägypten, Ghana und dem Südsudan veranschaulicht, in denen die Gesundheitssituation von Kindern dank des Einsatzes der Mädchen und Jungen in Deutschland verbessert werden kann.

    1959 wurde die Aktion erstmals gestartet. Inzwischen ist das Dreikönigssingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder in Not. Rund 1,23 Milliarden Euro sammelten die Sternsinger seit dem Aktionsstart, mehr als 76 500 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa wurden in dieser Zeit unterstützt. Die Aktion wird getragen vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend. Das Sternsingen wird diesmal erneut länger dauern als üblich. Wegen der schwierigen Bedingungen durch Corona wollen die Sternsinger bis zum 2. Februar unterwegs sein.

    Spendenkonto: Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ e. V., Pax Bank, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31; BIC: GENODED1PAX.



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