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Argentinisches Gipfeltreffen

Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
Papst Franziskus spricht mit Javier Milei, Präsident von Argentinien, bei einem Treffen am 11. Februar im Vatikan.

Argentinisches Gipfeltreffen

Von: Ludwig Ring-Eifel | 18. Februar 2024
Das Eis zwischen Papst Franziskus und seinem Landsmann Milei scheint zu schmelzen. Nach einer Messe im Petersdom umarmte Argentiniens Präsident den Papst überschwänglich. Doch ein entscheidendes Treffen steht noch aus. 

Es dauerte lange bis zum „argentinischen Moment“ bei der feierlichen Papstmesse im Petersdom am 11. Februar. Erst nach dem Schlusssegen begab sich Papst Franziskus im Rollstuhl zu seinem Landsmann, Präsident Javier Milei, um ihn mit strahlendem Lächeln per Handschlag zu begrüßen. Milei erhob sich spontan, beugte sich weit vor und umarmte den Pontifex überschwänglich. Anschließend reichte der Papst anderen Mitgliedern der Delegation die Hand.

Fast 90 Minuten lang hatte das argentinische Staatsoberhaupt in gebührendem Abstand etliche Meter schräg hinter dem Papstthron gesessen, ein Blickkontakt war kaum möglich. Nicht ein Mal war in dem Gottesdienst vom Heimatland des Papstes und des Präsidenten die Rede – und das, obwohl der Anlass die erste Heiligsprechung einer Argentinierin in der Kirchengeschichte war.

Die Heiligsprechung von „Mama Antula“ (1730–1799) vollzog der Papst auf Latein. Auch die heilige Messe wurde in der offiziellen Sprache der weltweiten Kirche gefeiert. Selbst die Predigt hielt Franziskus nicht auf Spanisch, wie er das bei „lateinamerikanischen Terminen“ im Petersdom manchmal tut. Er predigte in der Sprache des Bischofs von Rom, auf Italienisch. Mit all dem wurde unterstrichen, dass die neue Heilige nun ein Vorbild für die katholische Kirche weltweit sein soll, und nicht mehr bloß eine in ihrer Heimat verehrte „Selige“.

Selbst die Fürbitte, die am ehesten dem Staatsgast Milei galt, wurde auf Italienisch vorgelesen. Darin hieß es: „Gott, du Freund des Friedens, gib unseren Regierenden die Weisheit des Dialogs und den Willen, im Sinne des Gemeinwohls mitzuarbeiten, das zu überwinden, was teilt, und das zu suchen, was eint.“

Das ist ziemlich genau das Gegenteil dessen, was derzeit in Argentinien geschieht, wo Mileis radikales Spar- und Reformprogramm zu politischen Spannungen und Protesten geführt hat. Die Medien des krisengeschüttelten Landes berichteten in diesen Tagen ausführlich über Mileis Termine in Rom. Sie überboten sich mit Spekulationen darüber, was die beiden aus so gegensätzlichen politischen Lagern kommenden Männer einander zu sagen haben würden.

Weniger um die neue Heilige geht es dabei als um die Frage, was der als eher „sozial“ eingestufte Papst dem radikal-liberalen Präsidenten sagen könnte. Und ob er ihm mehr Unterstützung anbieten wird als einen Fototermin im Vatikan. Die meiste Aufmerksamkeit gilt dabei der Frage, ob der Mann, der als Kardinal Bergoglio eine wichtige Figur in Argentinien war, elf Jahre nach seiner Papstwahl endlich sein Heimatland besuchen wird. Mit einer Inflation von mehr als 200 Prozent und mit Streiks und Protestwellen scheint es sich einem Abgrund zu nähern. Und es wäre nicht das erste Mal, dass ein Papst Einfluss auf die politische Entwicklung in seiner Heimat zu nehmen versucht. Paul VI. tat dies in Italien und Johannes Paul II. auf massivste Weise in Polen.

Auch die offizielle Begegnung der beiden aus Buenos Aires stammenden Staatsoberhäupter am 12. Februar verlief sehr herzlich, wenn man den vom Vatikan verbreiteten Fotos glauben darf. Die Dauer der Begegnung wurde mit rekordverdächtigen 70 Minuten angegeben – andere Gespräche dauern maximal 50 Minuten, wobei ein Drittel der Zeit auf die Übersetzungen entfällt. Offen blieb die Frage, ob Franziskus und Milei Szenarien für eine Reise von Franziskus in sein Heimatland diskutierten.

Wenn es dazu käme, könnte sie einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die dramatische wirtschaftliche und politische Krise in dem einst wohlhabendsten Land Lateinamerikas haben.



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