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Einheit und Veränderung

Foto: Harald Oppitz/KNA
Bischof Georg Bätzing (links) und Papstbotschafter Nikola Eterovic bei der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe.

Einheit und Veränderung

Von: Ludwig Ring-Eifel | 25. Februar 2024
Die Beratungen der deutschen Bischöfe in Augsburg stehen im Zeichen des Konflikts mit dem Vatikan über die Zulässigkeit kirchlicher Reformen. Zum Auftakt hat ihr Vorsitzender Georg Bätzing ein klares Bekenntnis abgelegt.

Mit einem Bekenntnis von Bischof Georg Bätzing zur Einheit mit Rom haben die Beratungen der deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Augsburg begonnen. Kurz vor Beginn der Versammlung sagte der  Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am 19. Februar vor Journalisten, die Abstimmung grundlegender kirchlicher Reformen mit dem Vatikan sei „eine Selbstverständlichkeit“.

Deshalb habe er „im Respekt vor den römischen Verantwortlichen“ einen Punkt von der Tagesordnung des Bischofstreffens genommen, bei dem die Gründung eines Synodalen Ausschusses für Deutschland beschlossen werden sollte. „Wir wollen und können nicht über den römischen Einspruch hinweggehen. Jetzt muss geredet werden“, so Bätzing.

Zugleich zeigte er sich „verwundert“ über den Zeitpunkt des Briefs, zumal über die dort angesprochenen Themen Gespräche zwischen Rom und den deutschen Bischöfen im Gang seien.

Es werde auch in Augsburg eine Debatte über das Thema geben, kündigte Bätzing an. Die Bischöfe erwarteten „sehnlichst“ weitere konkrete Gespräche mit den römischen Stellen. Manchmal dauere es ein halbes Jahr, bevor es Terminzusagen aus Rom gebe. Für Verzögerungen sei eindeutig der Vatikan verantwortlich. Derzeit seien drei weitere Gesprächstermine „avisiert“.

Bischof Bätzing: Reformen müssen weitergehen

Bätzing betonte, aus seiner Sicht gingen der Synodale Weg in Deutschland und die Weltsynode im Vatikan, die in diesem Oktober abgeschlossen werden soll, in dieselbe Richtung. Die Reformen müssten weitergehen. Die Kirche in Deutschland wirke am Weg der Weltsynode mit, auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken sei daran beteiligt.

Am dritten Februar-Wochenende war ein Brief aus dem Vatikan bekannt geworden. Darin hatten die Kardinäle Pietro Parolin, Victor Fernandez und Robert Prevost die deutschen Bischöfe dringend gebeten, eine geplante Abstimmung über die Schaffung eines gemischten Entscheidungsgremiums für die Kirche in Deutschland auszusetzen, weil dies gegen das allgemeine Kirchenrecht verstoßen hätte.

Bätzing betonte, die Sorgen des Vatikans könne er inhaltlich entkräften. Anders als in dem Brief geäußert, würde ein gemeinsames Gremium von Bischöfen und Laien die Autorität der Bischöfe nicht schwächen, sondern stärken.

Bätzing unterstrich, dass bei der Vollversammlung wichtige Themen anstünden, die über die innerkirchlichen Reformdebatten hinauswiesen. Unter anderem kündigte er ein „deutliches und einmütiges Signal der Bischöfe“ gegen Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit an.

AfD-Mitgliedschaft nicht vereinbar mir Kirchenamt

Zugleich betonte er, eine AfD-Mitgliedschaft halte er für nicht vereinbar mit Ämtern in der katholischen Kirche. Dies gelte auch für Ehrenämter, denn die Inhalte und Werte von Kirche und AfD seien nicht kompatibel. Bätzing würdigte die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus. Völkisches Denken, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit dürften keinen Platz in der Gesellschaft haben.

Der Botschafter des Papstes rief die Bischöfe zu einem grundsätzlichen Perspektivwechsel auf. In seinem Grußwort zur Frühjahrstagung der Bischöfe sagte Nuntius Nikola Eterovic unter Verweis auf ein Zitat von Papst Franziskus, es sei „wichtig, keine nach innen gerichtete Haltung einzunehmen, sondern ,hinauszugehen‘, um die christliche Botschaft in alle Bereiche zu tragen“ (Bericht folgt).



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