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Gelungener Auftakt

Foto: Judith Rupp
Bischof Ackermann bei der Vorstellung des Synoden-Logos.

Gelungener Auftakt

Von: Bruno Sonnen | 13. April 2013

„Das ist ja fast schon wie ein erstes Plenum der Synode“, sagte Bischof Dr. Stephan Ackermann nach der ersten Frage- und Antwortrunde; und Synodensekretär Christian Heckmann meinte am Ende: „So kann Synode gehen, so soll Synode gehen.“

 

Die Rede ist von der ersten öffentlichen Veranstaltung zur Vorbereitung der von Bischof Ackermann ausgerufenen Diözesansynode, die im Rahmen der diesjährigen Heilig-Rock-Tage am 13. April in St. Maximin stattfand. Zu der Impulsveranstaltung unter der Überschrift „Auf dem Weg der Synode – Aufbruch und Orientierung“ waren am „Tag der Räte“ im Rahmen der Heilig-Rock-Tage rund 250 Mitglieder von Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten aus zahlreichen Gemeinden des Bistums nach Trier gekommen. 

 

Es gehe darum, angesichts der sich rasant verändernden Rahmenbedingungen des dritten Jahrtausends „zeitgemäße Formen des Christseins“ und einen Weg zu finden, wie die „Größe der Botschaft“ des Evangeliums neu spürbar gemacht werden könne, erklärte Bischof Ackermann in seinem Impulsreferat zum Auftakt der Veranstaltung.


An Heilig-Rock-Wallfahrt-Anknüpfen

Die kirchlichen Strukturreformen der letzten Jahre, weniger haupt- und ehrenamtlich Engagierte, zurückgehende finanzielle Ressourcen und die zurückgehende Katholikenzahl auch aufgrund des demografischen Wandels hätten den „Ruf nach Inhalten“ immer lauter werden lassen, erklärte der Bischof einen Hintergrund für die Ausrufung der Synode. Es gelte, sich neu darüber auszutauschen, „was uns als Christen bewegt und was uns trägt“, sagte er.

 

Hier könne an die Erfahrungen der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 angeknüpft werden, denn die Wallfahrt sei für viele zu einem Zeichen dafür geworden, wie man sich Kirche wünsche, nämlich als eine Kirche, die einladend und offen sei, die neugierig mache, als eine Kirche, die respektvoll sei und Raum lasse, die verschiedene Sprachen, soziale Milieus und Generationen  zusammenführe. Mit der Synode solle „ein Stück weiter auf diesem Weg“ gegangen werden. Dabei habe er bewusst die Form der Synode als verbindliches Instrument gewählt, das im Übrigen „im Kirchenrecht viel selbstverständlicher ist als es scheint“, betonte Ackermann. Es gehe um einen „ernst gemeinten Gesprächsprozess“, um „Richtungsentscheidungen“, um „Überprüfung der vorgegebenen Strukturen“ und um ein „erneuertes Miteinander“. Wichtig für die Synode sei dabei auch, dass das Miteinander nicht von Angst, sondern von einem gegenseitigen „Vertrauensvorschuss“ geprägt sei.   


Bis Oktober Themen beraten

Synodensekretär Christian Heckmann und Vize-Synodensekretärin Elisabeth Beiling stellten die Planungen und den derzeitigen Stand der Vorbereitungen für die Synode vor. Im Rahmen der Vorbereitungszeit solle bis Juni dieses Jahres eine Synodenordnung erarbeitet sein, anschließend sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Synode (die Synodalen), bestimmt, also ernannt und gewählt werden. Gemäß den kirchenrechtlichen Bestimmungen gehe man derzeit von etwa 250 Synodalen aus, die möglichst aus allen Teilen des Volkes Gottes kommen sollten. Bis Oktober sollten dann die Themen, die die Synode beraten wird, erarbeitet  und dann vom Bischof festgelegt werden. Die Phase der „Feier“ der Synode, also Vollversammlungen, Begleitveranstaltungen, Befragungen und Diskussionen soll nach jetziger Planung die Jahre 2014 und 2015 umfassen, danach soll es dann an die Umsetzung der vom Bischof in Kraft gesetzten Beschlüsse der Synode gehen.

 

Nach einer ersten Gesprächsrunde im Plenum zu den verschiedenen Aspekten der Synode tauschten sich die Teilnehmenden am Ende in kleinen Gesprächsgruppen entlang verschiedener Themenkomplexe wie „die Zeichen der Zeit erkennen“ oder „Christ sein und Kirche heute“  aus. Dabei kamen eine Fülle von Themen, Anliegen und Sorgen zur Sprache. Stichworte bei den „Zeichen der Zeit“ waren dabei unter anderem: globaler Wettbewerb, Dominanz des Geldes und Übermacht des Kapitals, Klimawandel, Hunger auf der einen und Überfluss auf der anderen Seite, Schnelllebigkeit, Individualismus und Egoismus. Im Bereich „Christ sein und Kirche heute“ wurden die Kluft zwischen „Amtskirche und Basis“ genannt, für viele Menschen heute wirke „die Hierarchie abstoßend“. Viele Teilnehmer forderten, dass die Priester in den großen Gemeindeeinheiten von Verwaltungsaufgaben entlastet werden müssten, um mehr Zeit für die Seelsorge zu haben, insgesamt müssten die Laien gefördert und eine stärkere Rolle spielen. Hier wurde etwas die „Gemeindeleitung durch Laien“ genannt. Angemahnt wurde auch eine stärkere Experimentierfreudigkeit und die „Fähigkeit, etwas sterben zu lassen“, was nicht zukunftsfähig sei.         


  • Info:

    Mehr zum Logo der Synode und dem Synodengebet hier.




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